In gut 2 Wochen geht es los. Heute Abend haben wir die Sponsorentrikots erhalten.

die Hermanns im neuen Trikot

Die Hermanns im neuen Trikot

Der letzte Tag daheim

Da wir Hermanns bei der Unicon an vielen verschiedenen Disziplinen starten, benötigen wir natürlich auch mehrere verschiedene Einräder. Insgesamt 14 Einräder mussten mit! Das geht nur mit unserem Anhänger. Auch Aubeles hatten so ihre Platzprobleme und Tim brachte uns noch 9 Einräder, die auch im Anhänger die Reise nach Brixen machen sollten. War soweit kein Problem, es hätten noch ein paar Einräder mehr reingepasst!

IMG_0824.jpg

IMG_0827.jpg

Der letzte Tag verging wie im Flug, denn schon um 18:30 Uhr mussten wir in Ingersheim in der Turnhalle sein. Dort fand die Entlassfeier von Lea statt. Sie ist jetzt „mittelreif“

IMG_0904.jpg

Das Programm mit den ganzen Reden, mit der Übergabe der Zeugnisse und dem leckeren Buffet dauerte ziemlich lange, so dass wir erst gegen Mitternacht ins Bett kamen. Nur Lea durfte noch mit ihren Kumpels länger feiern gehen. Sie kam erst um 4 Uhr morgens mit dem Taxi heim. Da hatte unser Wecker uns bereits wieder aus dem kurzen Schlaf gerissen, denn um 5 Uhr war die Abfahrt geplant.

Brixen, wir kommen!

Wie geplant, trafen sich die Familien Aubele, Göttlicher, Macher und die Hermanns um 5 Uhr beim Bäcker Mack auf dem Parkplatz, um sich gemeinsam auf den Weg zu machen. Dieser Parkplatz ist schon traditioneller Treffpunkt der Tiefenbacher Einradler, wenn es morgens zu einem Wettkampf geht. Da wir mit dem Anhänger fuhren, ging es mit maximal 100 km/h über die A7 Richtung Süden. Am Rasthof Allgäuer Tor machten wir eine gemütliche Frühstückspause. Dort sahen wir auch die ersten anderen Einradfahrer, diese kamen aus Frankreich. Gestärkt fuhren wir jetzt weiter Richtung Berge. Am Fernpass machten wir dann nochmals eine kurze Pause. Nur Franzi und Lea bekamen bis dahin nicht viel von der Fahrt mit. Die Feier war doch sehr anstrengend Auf der Autobahn vor Innsbruck überholte uns dann Dresi Hemmeter aus Weissenburg, auch einer der Einradcracks aus Deutschland. An der Mautstation am Brenner trafen wir dann die Familie Hofmann aus Vachendorf. Mit ihnen hatten wir uns bereits im Vorfeld zum „bayrischen Abend“ in Südtirol verabredet. Gegen 11:30 Uhr sind wir dann in Albeins angekommen, wo wir in verschiedenen Ferienwohnungen untergebracht sind. Aubeles, Rothermels und die Hermanns hatten bei Familie Wieland drei Ferienwohungen gebucht, und zwar bereits vor über einem Jahr. Erst vor knapp zwei Wochen haben wir dann zufällig erfahren, dass die Wielands unsere Buchungen nicht ab Freitag, sondern irrtümlicherweise erst ab Samstag eingetragen hatten. Da kamen wir natürlich in Wallung. Wo sollten wir die erste Nacht schlafen? Zelt? Auto? Hotel? Irgendwie waren alle Möglichkeiten nicht so prickelnd. Familie Wieland hat dann aber 2 der 3 Ferienwohnungen doch bereits ab Freitag frei bekommen. Nur unsere war noch belegt. Wir durften dann die erste Nacht bei Aubeles und Rothermels als „Untermieter“ verbringen. Mal sehn, wie das klappt….

Um 13 Uhr sind wir dann an der Sportanlage in Brixen eingetroffen. Dort herrschte schon reges Treiben. Einradfahrer aus allen möglichen Ländern waren dort bei der Registrierung. Manche waren schon damit beschäftigt, irgendwelche Tricks zu üben, andere lagen einfach in der Sonne. Der Parkplatz war schon mit Wohnmobilen bevölkert. Unser erster Weg führte uns natürlich zur Registrierung. Eine Chinesin in „asian english“ erklärte uns den Ablauf. Das meiste haben wir verstanden, so dass wir dann irgendwann unsere kompletten Startunterlagen hatten.

IMG_0917.jpg

Dann schauten wir ins Stadion. Dort trafen wir schon wieder bekannte Gesichter aus Deutschland. Nach der offiziellen Begrüßung war dann „birthday party“ angesagt. Die Organisatoren hatten im Stadion entlang der 400m-Bahn für jeden Kalendertag des Jahres eine Station eingerichtet. Jeder Teilnehmer ging zu dem Tag, an dem er Geburtstag hat und so trafen sich alle mit den Teilnehmern, die an gleichen Tag Geburtstag haben.

Birthday.jpg

Das war eine sehr spaßige Idee und man machte gleich neue Bekanntschaften. Danach fuhren die Teilnehmer vom Stadion in die Innenstadt von Brixen, voran die Fahnen der teilnehmenden Nationen. Da war vielleicht was los, denn es waren etwa 2000 Teilnehmer gemeldet. Auf dem Domplatz gab es dann noch verschiedene Ansprachen, unter anderem vom Bürgermeister von Brixen. Auch die “Goaslschnöller“, so ne Art Peitschenknaller, die auch schon im Stadion mit ihrem Peitschengenknalle für gutes Wetter sorgten, hatten einen Auftritt. Wie auch eine Schuhplattlertruppe und eine Blasmusik.

Domplatz.jpg

Irgendwann am Abend machten wir uns dann müde, aber voller einmaliger Eindrücke auf den Weg zur Unterkunft.

Samstag, 21.07. - Die ersten Wettbewerbe

Am Samstag ging es los. Die ersten Wettbewerbe begannen. Frühmorgens starteten die 10 km- Rennen. Auch einige Fahrer vom SV Tiefenbach waren dort am Start, teils mit großem Erfolg, wie sich später herausstellte. Wir konnten dann gegen Mittag unsere inzwischen frei gewordene Ferienwohnung beziehen. Dann machten wir uns auch auf zum ersten Wettkampf, dem Trial. Es waren über 60 sogenannte „Lines“ aufgebaut, die es zu überwinden galt. Die Teilnehmer starteten in zwei Gruppen, die verfügbare Zeit war auf 2 Stunden festgesetzt. In dieser Zeit konnte jeder Starter möglichst viele Lines schaffen. Wertungsrichter kontrollierten, dass man das jeweilige Hindernis auch regelgerecht beendete. Zuerst natürlich die einfachen, dann tastet man sich an die schwereren heran. Dieser Parcours hatte es in sich. Der Schwierigkeitsgrad war einer WM wirklich würdig. Meine 15 geschafften Lines reichten bei den Herren ab 25 Jahren aufwärts immerhin zum 14. Platz.

IMG_1100.jpg

Timmi hat mit 11 Lines bei den Jungs bis 15 Jahren auch einen guten 20. Platz belegt.

IMG_1135.jpg

Am Abend schauten wir uns dann noch das Finale der besten Paarküren an. Das war wirklich sehenswert, was dort zu sehen war. Die Japaner fuhren so unglaublich sicher und trickreich, das war wirklich ein Erlebnis.

Sonntag, 22.07. – Der erste Mountain-Uni-Tag

Am Sonntag machten wir uns nach einem gemütlichen Frühstück auf den Weg nach Lajen. Dort ist der Verein zuhause, der diese Unicon ausrichtet. Wir fuhren mit dem Auto etwa eine halbe Stunde Richtung Süden, teils enge Straßen hoch bis auf über 1100 m Höhe. Solch einen Menschenauflauf hatte die kleine Ortschaft noch nicht erlebt. Es standen 3 Wettbewerbe an: Der MUni-Obstacle, bei dem verschiedene Hindernisse auf einem Wiesenhang überwunden werden mussten, das Downhill-Gliding, bei dem auf einem leicht abfallenden Teerweg mit dem Einrad ohne Berühren der Pedale eine vorgegebene Strecke bewältigt werden musste. Meine Disziplin war der Cross Country. Dort waren für die Herren 2 Runden a 3,5 km zu fahren, die weiblichen Teilnehmer und die Jungs bis 15 Jahre fuhren nur eine Runde. Diese Strecke hatte es wirklich in sich. Anfangs ging es noch über Schotterwege meist bergab. Dann aber ging es zuerst über eine Wiese bergauf bis zu einem Waldstück. Dort ging die Strecke die ganze Zeit entweder steil bergauf oder entsprechend wieder steil bergab, teilweise über enge Pfade, wo ein Überholen kaum möglich war. Die Bergab-Strecken haben richtig Spaß gemacht, aber die steilen Anstiege waren von vielen Teilnehmern kaum zu fahren. Dort musste dann das Einrad geschoben werden. Bei diesem Wettbewerb gab es keine Beschränkung, was die Technik betrifft. Es durften also alle Radgrößen verwendet und sogar mit Schaltung gefahren werden. Das brachte natürlich Vorteile auf den Schotterwegen, wo man Zeit gutmachen konnte, wenn man mit Übersetzung 1:1,5 gefahren ist. Ich bin die Strecke mit meinem 24-er gefahren, Schaltung habe ich keine (bis jetzt). Nach 52:27.516 Min. habe ich es dann über eine steile Holzrampe ins Ziel geschafft.

IMG_1232.jpg

Das reichte bei annähernd 100 Startern in der Altersklasse 30 + für einen 57. Platz im Mittelfeld. Vom SV Tiefenbach war noch Stefan Schulz mit am Start. Auch er fuhr die Strecke unter einer Stunde. Es gab auch etliche Konkurrenten, denen die Strecke zu schwer war, und die das Rennen nach eine Runde aufgegeben haben. Die Stimmung unter den Fahrern und den Zuschauern an der Strecke war toll, echt eine unglaubliche Atmosphäre in einer sehr schönen Landschaft und auch das sonnige Wetter hatte gepasst! Am Nachmittag, als wir wieder in unserer Ferienwohnung angekommen sind, haben die Kids dann noch ausgelassen im Teich geplanscht. Als da zwischen den Fröschen noch ein rotköpfiges Seeungeheuer aus den Fluten aufgetaucht ist, war die Gaudi unbeschreiblich.

Teichgeist.jpg

Montag, 23.07. - 100m Bahnrennen

Am Montag fanden im Brixener Stadion die ersten Bahnrennen statt. Zahlreiche Teilnehmer fuhren den ganzen Tag die 100m-Strecke. Auch unsere 3 Kids gingen am Nachmittag an den Start. Als erster war Timmi dran. Er fuhr mit seinem Renneinrad die Strecke in 19.282 sec. und belegte in seiner Altersklasse den 14. Platz.

tim.jpg

Jule startete eine halbe Stunde später. In ihrer Altersklasse bis 11 Jahre wird noch mit dem kleineren 20 Zoll Einrad gefahren. Sie erreichte mit 21.882 sec. in ihrer Klasse, in der 45 Fahrerinnen gestartet sind, einen tollen 13. Platz.

jule.jpg

Im Drittletzten Lauf an diesem Tag startete Lea in der unlimitierten Klasse mit dem 29 Zoll Einrad und belegte mit 16.971 sec. den 5. Platz!

lea.jpg

Alle drei fuhren in ihren Klassen gut mit und kamen ohne Sturz ins Ziel. Da hat uns das Zuschauen Freude gemacht! Toll ist es auch, dass wir an so einem Event wieder sehr viele bekannte Gesichter treffen. Manche davon haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Da hat man sich auch viel zu erzählen. Natürlich schließt man auch wieder neue Bekanntschaften. Dieses internationale Flair ist auch für die Kids eine tolle Sache. Am Abend fanden dann in der Halle direkt am Stadion noch das Finale der besten Gruppenküren statt. Hier waren jeweils 2 Gruppen mit jeweils 12 – 16 Fahrern aus Japan, Deutschland und Dänemark vertreten. Die Dänen, die auf die Filmmusik von Star Wars tolle Leistungen zeigten, gewannen vor den beiden japanischen Großgruppen. Das Publikum der vollbesetzten Halle war begeistert, wir natürlich auch.

Dienstag, 24.07. – IUF-Slalom und langsam fahren

Gegen 9 Uhr sind wir wieder ins Stadion. Timmi und Jule haben heute den IUF-Slalom gefahren. Dort muss ein Parcours mit insgesamt 10 Pylonen in einer bestimmten Reihenfolge möglichst schnell durchfahren. Nach dem Warmfahren auf dem Übungsparcours hatten dann beide jeweils 2 Versuche, die sie ohne Fehler in guten Zeiten absolvieren konnten. Da der Slalom erst am Mittwoch abgeschlossen wird, stehen die Platzierungen noch nicht fest.

tim_obstacle.jpg

jule_obstacle.jpg

Während Mareike die beiden beim Slalom betreut hat, war ich beim langsam fahren. Dort war es anfangs angenehm ruhig und ich habe dann zuerst die 10m rückwärts in Angriff genommen. Die zu erreichende Mindestzeit, um in die Wertung zu kommen, beträgt 15 sec., wer schneller ist, wird nicht gewertet. Da war natürlich das Ziel, diese Zeit zu schaffen. Schon im ersten Versuch hat das trotz sehr großer Nervosität geklappt. Im zweiten Wertungslauf ging es dann noch besser. Mit der Zeit von 18:47 sec. bin ich soweit zufrieden. Die Langsam-Läufe sind die ersten Disziplinen, die ich in meiner eigentlichen Altersklasse 40 + starten kann. Mal sehen, was die anderen alten Herren so hinbekommen. Auch Jule konnte dann noch bei langsam vorwärts starten. Sie wollte unbedingt noch heute diese Disziplin fahren. Nach kurzem Einfahren ging sie gleich zum ersten Wertungslauf, der auch gleich prima gepasst hatte. Keiner der Wertungsrichter, die jeden Lauf hinsichtlich Stillständen oder anderen Regelverstößen begutachten, hatte einen Einwand. Im zweiten Wertungslauf fuhr sie mit 29.56 sec. neue persönliche Bestleistung in einem Wettkampf. Das war echt super und reicht bestimmt für eine gute Platzierung. Zu Mittag gab es an diesem Tag dann für alle anwesenden Starter Pasta mit Sauce. Zubereitet wurde das Essen vom Zivilschutz aus Brixen. Die hatten das wirklich sehr gut im Griff und brachten trotz der riesigen benötigten Mengen, es war von weit über 100 kg Nudeln die Rede, ein sehr gut schmeckendes Gericht auf den Tisch. Mit vollen Bäuchen ging es dann zurück nach Albeins in unsere Ferienwohnung. Da sind wir dann noch einige Stunden mit Eva, Rainer und unserem Vermieter gemütlich in der Gartenlaube gesessen bei Kaffee, Apfelstrudel und Vanilleeis. Die Kids haben noch eine Weile im Schwimmteich geplanscht. Das war dann mal ein halber Tag Urlaub, hat gutgetan.

Mittwoch, 25.07. – In der Ruhe liegt die Kraft

Am Mittwoch war der letzte Tag, die Langsam-Disziplinen, den IUF-Slalom und den Stillstand zu absolvieren. Wir waren bereits um 8 Uhr im Stadium, denn um 12 Uhr wurden die Wertungen beendet. Timmi und Lea mussten noch vorwärts und rückwärts fahren, ich nur noch vorwärts. Die Atmosphäre in der Eishockeyhalle war angenehm ruhig, obwohl noch viele andere Teilnehmer starteten. Für die Langsam-Disziplinen waren mehrere hundert Teilnehmer gemeldet. Nach dem Einfahren ging ich zum ersten Wertungslauf. Ich war sehr nervös und angespannt, die Knie zitterten. Die Zeiten werden elektronisch gemessen, und jeweils zwei Wertungsrichter gehen neben einem her und kontrollieren, ab man nicht kurz stehenbleibt oder das Rad mehr als 45 Grad zur Seite dreht. Ist dies der Fall, ist der Lauf ungültig. Der erste Lauf ging mit über 28 sec. schon sehr gut! Auf jeden Fall schon mal in der Wertung, Gott sei Dank. Beim zweiten Lauf habe ich dann etwas entspannter eine für mich tolle Zeit von 34,44 sec. geschafft.

IMG_1401.jpg

IMG_1404.jpg

Das kann für einen Platz unter den besten drei reichen. Ich war happy. Lea fuhr mit 21.660 sec. wie sich später herausstellt auf einen 21. Platz in ihrer sehr gut besetzten Altersklasse, Timmi war aufgeregt und blieb mit 24.110 sec. unter seiner persönlichen Bestleistungen. Für ihn reichte es zu einem prima 7. Platz. Nun kam für mich noch der Stillstand. Diese Disziplin besteht darin, auf dem Einrad möglichst lange frei zu balancieren. Das Rad steht dabei auf einer Plattform, die kleiner ist als eine Postkarte. Die Zeitmessung wird elektronisch aktiviert, sobald man die Haltegriffe loslässt. Wenn man einen der Griffe wieder berührt, wird die Zeit gestoppt. Auch für diese Disziplin waren hunderte Teilnehmer gemeldet. In die Wertungslisten kommt man aber nur, wenn man, wie beim Langsam-Fahren, eine Mindestzeit erreicht. Hier sind das 20 sec., diese 20 sec. können aber auf einem Rad sehr lange sein. Das haben auch die Starter, die vor mir ihr Glück versucht haben gemerkt. Sie sind an der Qualizeit gescheitert. Ich hatte beim Training Zeiten zwischen 10 und 40 sec. erreicht, da sollten die 20 sec. doch zu schaffen sein. Also rauf auf die Platte und konzentrieren! Das war mein Tag und meine Disziplin! Schon der erste Versuch ging über 43 sec., der zweite Versuch war persönliche Bestzeit, über eineinhalb Minuten. Adrenalin pur. Mit 1:31.570 Minuten erreichte ich die achtbeste Zeit von allen Teilnehmern (männl. und weibl.)

IMG_1432.jpg

In meiner Altersklasse war ich mit riesigem Abstand der Beste – das war meine Goldmedaille! Am Nachmittag hingen dann die Langsam-Ergebnisse aus. Beim Vorwärts-Fahren war ich der Beste in meiner Altersklasse vor der Schweizer Kurt Leder und Tim Aubele aus Crailsheim. Beim Rückwärts-Fahren war der Schweizer deutlich besser, mir reichte es auf den zweiten Platz, wieder vor Tim. Total erstaunt war ich, als ich die Liste mit den Finalteilnehmern sah. Ich war mit der sechstbesten Zeit aller männlichen Starter für das Finale der besten 8 beim Langsam Vorwärts qualifiziert. Auch Lea durfte sich über 100 m unlimited nochmals mit den Top 8 messen und Nici Rössner vom SV Tiefenbach erreichte das Finale bei den weiblichen Teilnehmern langsam Vorwärts.

IMG_1483.jpg

Eigentlich hatten wir den Donnerstag schon anderweitig verplant. Jetzt hieß es aber erst einmal früh schlafen gehen, denn wir mussten am Donnerstag früh schon um 7 Uhr im Stadion sein.

Donnerstag, 26.07. - Finale der Rennen

Heute sind die Finalläufe der Renndisziplinen. Die jeweils 8 besten männlichen und weiblichen Teilnehmer treten in den verschiedenen Disziplinen nochmals gegeneinander an, um eine der begehrten Glastrophäen zu erringen. Von unserem Verein sind heute 3 Starter dabei. Nici beim Langsam Vorwärts hat sich mit über 54 sec. souverän qualifiziert, Lea startet bei den Damen im 100m Unlimited mit dem 29 Zoll Einrad und ich bei den Herren auch im Langsam Vorwärts. Die Aufregung ist doch nochmals größer als bei den Altersklassenrennen. Um 5 Uhr morgens war ich schon wach, weil der Gockel die ganze Zeit gekräht hat. Viel zu früh! Schlafen konnte ich aber nicht mehr, also erst mal Kaffee trinken und eine Kleinigkeit essen. Um 7 Uhr waren wir im Stadion. Es war noch relativ ruhig, und wir konnten uns in Ruhe warmmachen und einfahren. Um kurz nach 8 war dann Lea dran. Die Nervosität war nicht zu übersehen. Sie fuhr etwas verhaltener als im ersten Rennen und kam als Vierte ins Ziel. Die ersten drei waren einfach schneller, aber trotzdem eine tolle Leistung von Lea. Jetzt kam Nici dran. Ihr erster Versuch war leider ungültig, sie war aber nicht die Einzige. Im zweiten Durchgang hat sie dann aber einen guten Lauf hingelegt und erreichte damit am Ende den 5. Platz im Langsam Vorwärts Finale.

IMG_1487.jpg

Dann waren die männlichen Teilnehmer dran. Ich war mit Abstand der älteste Fahrer beim Vorwärts-Lauf, der Schweizer, der mich beim Rückwärts-Lauf geschlagen hatte, der Älteste im Rückwärts-Finale. Er war, ebenso wie ich, sehr stolz, sich mit den jungen Fahrern messen zu dürfen. Für meinen ersten Lauf hatte ich mir vorgenommen, kein zu großes Risiko einzugehen, damit ich sicher in der Wertung bin. Eine wacklige Stelle hatte ich, das haben auch die drei Wertungsrichter bemerkt. Deshalb wurde mein Lauf nochmals per Video, das im Finale von jedem Lauf gemacht wird, analysiert. Da ging das Zittern wieder los. Irgendwann dann kam der Daumen nach oben, passt! Die Zeit von 25,11 sec. war ok. Im zweiten Versuch ging ich dann höheres Risiko, ich hatte nichts mehr zu verlieren. Etwa bei 6 – 7 Metern dann leider das Aus. Zuviel riskiert. Ich war aber nicht enttäuscht. Es war echt ein tolles Gefühl, und mit dem 6. Platz unter den weltbesten männlichen Startern war ich sehr zufrieden.

IMG_1505.jpg

Am Mittag kamen dann die Siegerehrungen. Der SV Tiefenbach war heute sehr stark vertreten. Elke holte im Slalom ihre insgesamt 4. Goldmedaille. Maris Keller bekam eine silberne, Rainer bereits am Vortag eine bronzene über die 800 m. Nici war in ihrer Klasse die beste und nahm Gold in Empfang. Bei den Herren über 40 standen Tim, der Schweizer Kurt Lederer und ich auf dem Podest. Beim Langsam Rückwärts bekam ich Silber, beim Vorwärts Gold, wie auch beim Stillstand. Was für ein Tag.

IMG_1529.jpg

IMG_1759.jpg

Am Nachmittag machten wir uns mit Axel, Franzi und der Familie Fuchs auf zur Plose, dem Hausberg von Brixen. Das Wetter war toll. Zuerst waren wir oben zu Fuß unterwegs, und haben die tolle Landschaft mit einer super Aussicht genossen. Dann haben wir es uns an der Bergstation mit Cappuccino und Apfelstrudel gut gehen lassen. Ein wirklich schöner Nachmittag. Celina und ich fuhren dann die 6 km lange Downhillstrecke mit den Einrädern runter. Die ersten 3 km waren echt easy, aber dann gings los. Es wurde immer steiler und immer mehr loses Geröll machte das Fahren teilweise echt schwer. Da wussten wir, dass das Rennen am Samstag kein Zuckerschlecken wird. An der Bergstation konnte man so eine Art dreirädriges Go-Cart für die 10 km Abfahrt auf dem Forstweg mieten. Da konnten die anderen natürlich nicht widerstehen. Gesagt, getan und runter den Berg. Einige haben ziemlich Staub geschluckt, aber es hat wohl riesig Spaß gemacht. Nur Jule hatte kurz vor Ende der Strecke noch einen leichten Crash. Sie rammte gegen ein Brückengeländer und bekam den Lenker in die Rippen. Das hatte wirklich weh getan. Am Abend haben wir von SV Tiefenbach uns dann bei uns in Albeins getroffen, um einmal zusammen zu Grillen und gemütlich zusammen zu sitzen, da Maris und Rainer bereits am Freitag wieder die Heimreise antreten werden. Es war ein schöner, lauer Sommerabend.

IMG_1572.jpg

Freitag, 27.07. - Kultur pur!

Heute finden keine Wettkämpfe statt. Endlich einmal nicht ganz so früh aufstehen. Lea, Jule und ich sind wieder in den Hühnerstall, und haben nachgeschaut, ob es frische Eier gibt. Jede der 3 Ferienwohnungen hat ein eigenes Legenest. Die Eier, die die Hühner da reinlegen, darf man dann essen. Heute war nur eins drin, aber von den vergangenen Tagen waren noch welche im Kühlschrank, so dass es heute Frühstückseier gab.

IMG_1577.jpg

Zusammen mit Rothermels haben wir dann in der Gartenlaube gefrühstückt. Gegen Mittag sind wir dann, nachdem wir auch noch Göttlichers getroffen haben, nach Klausen zum Bahnhof gefahren. Von dort aus ging unsere kulturelle Fahrt los. Wir sind mit dem Zug nach Bozen gefahren. Schon beim Aussteigen auf dem Bahnhof war klar, dort ist es noch heißer als in Brixen. Wir waren dann lange im Ötzi-Museum. Das war echt toll. Natürlich konnte man ihn durch eine Scheibe in seinem kühlen Sarkophag betrachten. Erstaunt hat uns alle aber die Fülle an Informationen, und, wie das alles dargestellt wird. Man kann sich ein richtig gutes Bild von dem Leben vor 5000 Jahren machen.

IMG_1670.jpg

IMG_1580.jpg

Am Nachmittag sind wir dann mit der Seilbahn hoch auf den Ritten gefahren. Das ist ein Hochplateau auf etwa 1000 m Höhe oberhalb von Bozen. Oben angekommen, sind wir dann mit einer Schmalspurbahn ein paar km weiter gefahren. Die Aussicht auf die Dolomiten war genial. Nach einem Eiskaffee haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht, so dass wir um halb 8 Uhr in unserer Wohnung angekommen sind. Zur Abkühlung noch in den Schwimmteich, dann ging es schon wieder weiter. Wir hatten um halb 10 Uhr schon wieder ein Date in Brixen, und zwar mit dem Nachtwächter.

IMG_1597.jpg

Wir hatten uns, zusammen mit einigen anderen, zu einer Führung bei Nacht durch die historische Altstadt von Brixen angemeldet. Der Nachtwächter hat viele Fakten, aber auch Anekdoten aus früherer Zeit zum Besten gegeben. Die Atmosphäre war sehr schön, denn in dieser lauen Nacht war es wirklich sehr schön, durch die alten Gemäuer zu schlendern. Die Kids waren natürlich schon am Ende, was Kultur betrifft. Wir waren heute doch einige km zu Fuß unterwegs, und das bei dieser Hitze. Da sind dann gegen Mitternacht alle hundemüde ins Bett gefallen.

Samstag, 28.07. - Bergauf, bergab...

Für heute war der zweite Bergeinradtag geplant. Während wir morgens noch gemütlich mit Rothermels in der Gartenlaube gefrühstückt haben, begannen bereits die Uphill-Rennen. Dabei geht es, wie der Name schon sagt, darum, den Berg hoch zu fahren. Das ist auf einem befestigten Weg schon schwer, aber auf einem Grashang, der im Winter als Skipiste dient, ist das heftig anstrengend. Es war definit die richtige Entscheidung, dass ich mich für diese Disziplin nicht angemeldet habe. Wir machten uns dann gegen Mittag auf den Weg zur Plose, dem Hausberg von Brixen. Mit der Seilbahn fuhren wir zur Bergstation auf gut 2000 m Höhe. Das Wetter war sehr heiß, und oben waren schon sehr viele Einradfahrer und auch Zuschauer, die auf den Start des Downhills um 14 Uhr warteten.

IMG_1541.jpg

"Da gehts hoch"

IMG_1634.jpg

Die Strecke, die ich zu fahren hatte, war 6 km lang und überwand über 800 Höhenmeter. Gestartet wurde in Gruppen zu je 6 Fahrern, der Abstand von Gruppe zu Gruppe waren 2 Minuten. In der Altersklasse der Männer 30 + war das Starterfeld wieder sehr groß. Ich war aber gleich in der 2. Gruppe dran. Am Start kam ich prima weg und fuhr eine Weile als 2. meiner Gruppe über die unebenen geschotterten Forstwege Richtung Tal. An einer Kurve, die dann steil über eine Wiese runter ging, hatte ich meinen ersten Sturz. Ich war zu schnell und flog kopfüber übers Einrad. Dank Protektoren ist nichts passiert, also wieder aufs Rad und weiter geht’s. Leider ist währenddessen der Franzose, der mit mir gestartet war, an mir vorbeigezogen. Nach etwa 3,5 km gings dann steiler runter über sehr holprige, mit losen Geröll übersäte Wege. Dort zu fahren war echt eine Herausforderung. Ich hatte ein paar Abstiege, weil mir im Geröll der Reifen weggerutscht ist, das war aber weniger schlimm. Zwei oder drei heftige Abstiege kamen dann weiter unten noch dazu. Die Ursache war aber nicht die Strecke, sondern eher, dass mir langsam die Kraft fehlte, die ganzen Unebenheiten mit den Oberschenkeln abzufedern. Unterwegs wechselte ich noch ein paar Worte mit einem Fahrer aus der Schweiz, der genauso zu kämpfen hatte, und mir einen Schluck Wasser aus seiner Flasche anbot. Als ich dann endlich wieder auf einen halbwegs normalen Forstweg gekommen bin, war mir klar, dass es nicht mehr sehr weit bis zu Ziel sein konnte. Endlich gings raus aus dem Wald, dann noch ein paar hundert Meter bis zum Ziel. In einer Zeit von 40 Minuten und 47 Sekunden habe ich die Strecke geschafft. Das war keine Spitzenleistung, für mich aber eine ganz gute Zeit. Meine 2 Ziele für den heutigen Tag waren erreicht: Heil runterkommen und nicht Letzter werden!

IMG_1644.jpg

"endlich wieder raus aus dem Wald"

IMG_1655.jpg

"Mensch, geht das net schneller? Wir wollen Baden gehn!"

Wir haben dann noch eine Weile zugeschaut, wie die anderen Fahrer und Fahrerinnen runtergekommen sind. Die Spitzenfahrer kamen teilweise noch in einem unglaublichen Speed angeschossen. Leider gab es auch ein paar Verletzte, eine Fahrerin wurde sogar vorsichtshalber mit dem Rettungshelikopter abgeholt. Da hatten wir echt ein flaues Gefühl im Magen. Am Nachmittag zurück in unserer Wohnung, haben wir uns im Badeteich abgekühlt. Das hat gutgetan. Morgen gibt’s bestimmt einen heftigen Muskelkater!

IMG_1671.jpg

IMG_1674.jpg

Sonntag, 29.07. - Marathon

Heute ist Marathon-Tag. Um die 200 Teilnehmer sind gemeldet. Der Start wird als Massenstart in Bozen sein, wohin die Teilnehmer mit Bussen gefahren werden. Vom SV Tiefenbach nehmen 2 Starter teil. Rainer Rothermel, der in der limitierten Klasse bis 29 Zoll startet, und Thommi Keller, der mit dem 36 Zoll in der unlimitierten Klasse fährt. Da Mareike und ich schon länger einmal einen Einrad-Marathon sehen wollten, haben wir uns zusammen mit Eva und den Kids auf den Weg an die Strecke gemacht. Wir waren noch zeitig dran, so dass wir noch warten mussten, bis die ersten schnellen Fahrer mir ihren großen Rädern, teilweise mit Nabenschaltung die lange Steigung hochfuhren. Als dann Christian Eckert mit seinem Standart-Rad vorbeikam, wussten wir, dass jetzt dann irgendwann Rainer auftauchen müsste. So wars dann auch. Natürlich haben wir ihn angefeuert, aber auch die anderen Fahrer. Dann haben wir uns wieder ins Auto gesetzt und sind zum Stadium gefahren, um den Zieleinlauf nicht zu verpassen. Zuerst natürlich wieder die Fahrer der unlimitierten Klasse, die besten deutlich unter 2 Stunden. Rainer hatte noch einige Konkurrenten überholt und ist mit 2 Std. 7 Min. eine tolle Zeit gefahren. Mit dieser Leistung belegte Rainer einen tollen 4. Platz, und das in der Klasse ab 19+! Die Strecke war wirklich sehr anspruchsvoll mit den vielen Höhenunterschieden und engen Kurven. Thommi hatte leider einen Platten und musste die letzten Kilometer zu Fuß zurücklegen, um dann vor der Ziellinie aufzusteigen und mit Plattfuß ins Ziel zu fahren.

IMG_1720.jpg

Rainer beim Endspurt

Am Nachmittag war chillen angesagt. Natürlich haben die Kids wieder den Teich in Beschlag genommen. Mareike hat dann mit Eva einen leckeren Kuchen gebacken. Der ist als Überraschung für Melina gedacht. Sie hat am Montag Geburtstag.

IMG_1761.jpg

IMG_1762.jpg

Später ist Axel noch vorbeigekommen, dann haben wir gemütlich zusammen was gegessen. Später sind wir noch mit Rothermels und Aubeles draußen gesessen. Thomas und Lisi, unsere sehr nette Vermieter, haben uns dann noch ein paar Sehenswürdigkeiten der Gegend schmackhaft gemacht.

Montag, 30.07. - Hoch- und Weitsprung

An diesem Tag waren wir Hermanns zum letzten Mal an dieser Unicon am Start. Wir starteten alle vier sowohl beim Hoch- wie auch beim Weitsprung. Gegen halb zehn Uhr kamen wir im Stadion an, die Bedingungen dort waren prima. Zuerst natürlich aufwärmen. Mir persönlich steckte noch immer das Downhill-Rennen in den Beinen, so dass die Geschmeidigkeit etwas zu wünschen übrig ließ. Egal, irgendwie geht das dann schon. Nach den ganzen Wettkämpfen war doch die „Luft schon etwas raus“. Da durch die Altersklasseneinteilung besonders für Timmi und mich die Chancen nicht gerade toll standen, wollten wir heute wenigstens mit guten persönlichen Leistungen unsere erste WM abschließen und natürlich nochmals einen schönen Wettkampftag hier verbringen. Folgende Ergebnisse konnten wir erreichen: Jule (AK 0 – 11) Hoch: 20 cm, Rang 6, zusammen mit Hanna Wintersberger, Weit: 60 cm, Rang 9 Tim(AK 12-14) Hoch: 43 cm, Rang 12, Weit: 120 cm, Rang 13 Lea (AK 15-16) Hoch: 30 cm, Rang 9, Weit: 90 cm, Rang 13 Martin (AK 25+) Hoch: 50 cm, Rang 7, zusammen mit Tony Melton aus Neuseeland, Weit: 150 cm, Rang 4

IMG_1850.jpg

IMG_1843.jpg

IMG_1813.jpg

"zwischendurch ne kleine Stärkung"

Die Wolken am Himmel schauten immer bedrohlicher aus, drum waren wir froh, alle mit unseren Starts durch zu sein. Die Hermanns und die Familie Fuchs beschlossen dann, Kebap essen zu gehen, da wir alle Hunger hatten. So gegen halb 5 Uhr waren wir dann in der Stadt bei der Döner-Bude angekommen, es begann schon leicht zu regnen. Da nicht nur wir diese Idee hatten, geriet der Herr des türkischen Fastfoods ganz schön in Stress und hat Verstärkung angefordert.. Während wir dann gemütlich in lustiger Runde gegessen haben, tobte draußen ein heftiges Gewitter, so dass das Springen abgebrochen und am nächsten Tag fortgesetzt werden musste. Frisch gestärkt fuhren wir dann zu der Halle, wo das Einradhockeyturnier ausgetragen wurde. Das wollten wir uns unbedingt noch anschauen. Ludwig wusste den Weg, da sie schon mal dort waren. Es war echt erstaunlich, wie sicher und wendig die Spieler auf ihren Einrädern dem Ball nachjagten. Unglaubliche Antritte und Drehungen waren zu sehen. Die Franzosen gewannen gegen ein deutsches Team, das war echt spannend.

IMG_1899.jpg

Am Abend waren wir bei Aubeles zu einem Umtrunk eingeladen, da Melina heute Geburtstag hatte. Wie sich dann am nächsten Tag herausstellte, hatte sich Melina selbst ein tolles Geschenk gemacht: Sie belegte beim Weitsprung zwar den undankbaren 4. Platz, gewann aber beim Hochsprung die Silbermedaille! Es war ein sehr lustiger Abend, wir hatten viel Spaß und gute Unterhaltung. Auch Petra und Roland Wende waren da, und als uns dann Petras Bruder Gerhard von seinem 5-monatigen Aufenthalt in Australien erzählt hat, wo er unter anderem auch nach Gold geschürft hatte, haben wir Tränen gelacht!

Dienstag, 31.07. - Der letzte WM-Tag

Die Zeit hier in Brixen ist für uns wie im Flug vergangen. Der letzte Tag der Unicon war gekommen. Während Rainer schon frühmorgens zusammen mit drei anderen Fahrern beim 100 km Team-Rennen auf dem Einrad unterwegs war, haben wir gemütlich gefrühstückt, bevor wir gegen Mittag wieder ins Stadion gefahren sind. Es herrschte auf dem Parkplatz schon Aufbruchsstimmung. Viele Wohnwagen und Womos standen schon abfahrbereit da. Heute Mittag standen als letzte Disziplinen die Finals der jeweils besten 8 beim Hoch- und Weitsprung auf dem Plan. Das wollten wir natürlich sehen. Echt unglaublich, was die Jungs und die Mädels da zeigten. Ein junger Däne sprang einen neuen Weitsprung-Weltrekord! Leider regnete es später, so dass das Hochsprungfinale der Männer nicht zu Ende geführt werden konnte und die Höhen des gestrigen Tages gewertet wurden. Da sprang bereits ein Amerikaner mit 1,28 m neuen Weltrekord. Nach den letzten Siegerehrungen war dann Abschied angesagt. Bei Hamburger, Pommes oder Hähnchen saßen alle nochmals in der Eishalle zusammen. Letzte Gelegenheit, nochmals mit alten oder neuen Bekannten zu quatschen, sich zu Treffen nach der WM zu verabreden, Mailadressen auszutauschen und sich dann zu verabschieden. So schnell, wie die Unicon begonnen hatte, so schnell waren die 11 Tage vergangen.

IMG_1947.jpg

IMG_1964.jpg

IMG_1920.jpg

"das 100 km Team bei der Regenerationsphase"

Wir hatten tatsächlich an einer Weltmeisterschaft teilgenommen, echt ein tolles Gefühl, ein Teil davon zu sein. Einige der japanischen Teilnehmerinnen hatten ihre traditionellen Kimonos angezogen, um sich zu verabschieden. Sie verteilten noch kleine Geschenke an die Kinder.

IMG_1966.jpg

IMG_1977.jpg

Ein großes Banner lag in der Halle auf dem Boden, wo sich alle Teilnehmer mit ihrer Unterschrift verewigen konnten. Nachdem sich die Party dann in die nahe gelegene Disco verlagert hat, sind wir zurück nach Albeins und saßen noch zusammen mit Eva und Rainer gemütlich in der Gartenlaube und ließen diese Unicon ausklingen...

Die nächste Unicon findet vom 21. bis 31.07.2014 in Kanada statt.

IMG_1969.jpg

"Sponsoren gesucht:))"

Mittwoch, 01.08. - Die Dolomiten

Heute haben wir uns eine Rundfahrt durch die Dolomiten vorgenommen. Wir hatten keine Eile mit der Abfahrt, erst mal gemütlich frühstücken. Lea war gestern Abend noch länger auf der Unicon-Abschlussfete in der Disco. Irgendwann haben wir sie dann geweckt, damit wir uns auf den Weg machen konnten. Ihr Gesichtsausdruck sagte alles, als sie erfuhr, dass die Dolomitenrundfahrt auf dem Programm stand. Wir fuhren dann zuerst Richtung Grödnertal. Diese Strecke kannten wir schon, weil an dieser Straße auch Lajen liegt, wo das XC-Rennen stattgefunden hat. Thomas, unser Hauswirt, hatte uns empfohlen, nicht über das Sellajoch zu fahren, sondern über das Grödnerjoch. So haben wir das dann auch gemacht. Es ging auf teils engen Serpentinen hoch bis auf 2137 m. Oben angekommen, haben wir erst mal Pause gemacht und die herrliche Aussicht genossen.

IMG_2001.jpg

IMG_2004.jpg

Jule hatte schon wieder Hunger, wir anderen 4 aber noch nicht, deshalb fuhren wir wieder weiter. Weiter unten im Tal haben wir dann lecker gegessen, direkt neben einer neu gebauten Seilbahn. Frisch gestärkt fuhren wir weiter Richtung Marmolada. Das ist mit 3343 m das höchste Felsmassiv der Dolomiten. Die Aussicht war unbeschreiblich schön, das fanden wenigstens Mareike und ich. Den Kids dauerte es dann doch etwas zu lange. Vorgetäuschte Übelkeit macht aber den Weg auch nicht kürzer! Zwischendurch waren wir uns nicht mehr so ganz sicher, ob wir noch auf der richtigen Straße waren, denn der Zustand derselbigen war recht abenteuerlich. Immer enger wurden die Kurven, dann eine Teilsperrung wegen Geröllabgang und ein Tunnel so dunkel wie das Nachtleben in Rüddern. Irgendwann kam dann mal wieder eine größere Ansammlung von Häusern mit einem Ortsschild. Nachdem wir diesen Namen dann auf unserer Karte wieder entdeckt haben, waren wir uns wieder sicher, wo wir überhaupt waren. Super. Thomas hatte uns von einem Berg erzählt, der im 1. Weltkrieg hart umkämpft war, den wollten wir suchen. Jetzt waren wir tatsächlich in dieser Region angekommen. Wir fuhren den Falzarego-Pass auf 2117 m hoch, dort machten wir Rast. An diesem Pass fanden 1915 sehr viele Soldaten den Tod. Es gibt dort auch noch ein Museum. Thomas hat uns auch erzählt, dass man dort, wenn man Glück hat, noch verrostete Helme oder Stacheldraht der Befestigungen finden kann. Timmi und ich haben uns gleich auf die Suche gemacht. Nach einer Weile haben wir tatsächlich alte, in die Felsen gehauene Tunnel gefunden. Teilweise auch mit Schießscharten. Das war echt sehr cool. Irgendwann haben wir dann noch in einer engen Felsritze ein Stück verrosteten Stacheldraht gefunden. „Den nehmen wir mit und zeigen ihn Thomas“.

IMG_2036.jpg

IMG_2058.jpg

IMG_2076.jpg

Für das Museum wars leider schon zu spät, aber wir konnten noch ein altes Geschütz begutachten, bevor wir wieder Richtung Brixen weitergefahren sind. Auch auf dieser Strecke gab es noch tolle Felsmassive zu bestaunen.

IMG_2021.jpg

IMG_2090.jpg

Nach einer Stunden Fahrt waren wir wieder zurück. Timmi und Jule sind gleich wieder in den Teich gehüpft. Wir ließen den Tag wieder in der Gartenlaube ausklingen.

Donnerstag, 02.08 - Einfach mal Urlaub

Heute früh krähte mal wieder der Hahn. „Wenn ich schon wach bin, dann dreh ich mal ne Runde mit dem Einrad“, dachte ich mir. Irgendwie hatte ich schon wieder Entzugserscheinungen. So kurz nach 7 Uhr habe ich mich dann auf den Weg gemacht. Über einen Feldweg Richtung Wald. Da muss irgendwo der Totenstein von Albeins sein, den wollte ich finden. Der Weg ging dann hoch in den Wald. Nach etwa 1 km habe ich den Totenstein dann am Weg entdeckt. Dort wurden früher die Toten aus den anderen umliegenden Dörfern an den Pfarrer von Albeins übergeben, der sie dann zum Friedhof von Albeins gebracht und beerdigt hat.

Foto0049.jpg

Foto0050.jpg

Der Weg ging weiter, immer rauf und runter. Vor dem nächsten Dorf habe ich dann wieder kehrt gemacht und bin den Weg wieder zurück, insgesamt über 7 km. Hat Spaß gemacht!

Foto0053.jpg

Zurück am Hof, hat mir Rainer gleich mal ne Tasse Kaffee angeboten. So, der Tag kann kommen. Wir haben dann beschlossen, vor dem Mittag nach Brixen zu fahren und noch ein paar Souvenirs zu kaufen.

IMG_2134.jpg

IMG_2124.jpg

"wo gibt es hier Armbänder? Nicht mal einen H&M haben die hier! Wo gehts nach Meran? Oder wars Mailand?"

IMG_2138.jpg

Um 13 Uhr wollten wir uns dann mit Rothermels an der Talstation der Plosebahn treffen, um einen gemütlichen Nachmittag dort oben zu verbringen. Wir Hermanns waren schon vor 13 Uhr dort und warteten, leider vergebens.

IMG_2141.jpg

Rainer war übers Handy nicht zu erreichen, wir machten uns schon Sorgen, ob sie vielleicht einen Unfall oder Panne hatten. Irgendwann sind wir dann alleine hochgefahren. Jule hatte mal wieder Hunger, also ab ins Bergrestaurant und was Leckeres bestellt.

IMG_2166.jpg

IMG_2164.jpg

Danach dann „Extreme Mountain Chilling“ bei richtig tollem Wetter.

IMG_2169.jpg

IMG_2179.jpg

Später, als wir zurück zum Untersteinerhof gekommen sind, haben uns Eva und Rainer erzählt, warum sie nicht gekommen sind. Sie hatten in Brixen einen Platten am Auto. Irgendwie war das Reserverad aber nicht zu lösen, da ein Gewinde durchgedreht ist. Dann das volle Programm: Kein Handy dabei, irgendwie erst mal den Mann vom ADAC holen, der das Rad dann irgendwann abbekommen und gewechselt hat. Dann das Auto in die Werkstatt, um die Ersatzradaufhängung wieder zu reparieren und den kaputten Reifen zu ersetzen. Da war der Mittag bei Rothermels gelaufen. Wir sind dann mit Rothermels und Aubeles noch lange in der Gartenlaube gesessen und haben geredet. Die Kids waren wieder mal im Teich. "Das ist schon eine tolle Sache, so ein Schwimmteich", höre ich Mareike immer wieder sagen, "und Platz hätten wir ja, gell Martin?"

IMG_1672.jpg

Freitag, 03.08 - Unser letzter Urlaubstag

Heute war er also gekommen, unser letzter Tag hier in Albeins.

IMG_2200.jpg

Für heute hatten wir uns nicht mehr allzu viel vorgenommen. Ganz entspannt haben wir nochmals in der Gartenlaube gefrühstückt.

IMG_2203.jpg

IMG_2210.jpg

So langsam haben wir uns ans Packen gemacht. Zusammen mit Tim habe ich den Anhänger geladen. Wir hatten ja mittlerweile die ganze Werkstatt von Thomas mit unseren Einrädern belagert. Die mussten nun alle wieder in den Anhänger rein.

IMG_1990.jpg

Mein Trial hatte ich noch nicht gleich eingepackt. Damit wollte ich heut im Garten noch ein wenig springen. Die runden Holzklötze um die Feuerstelle und der Felsen hatten mich schon vom ersten Tag an gereizt. Das hat Spaß gemacht! Später sind wir nochmals kurz nach Brixen gefahren, um ein paar letzte Besorgungen zu machen.

IMG_2224.jpg

IMG_2222.jpg

IMG_2216.jpg

Am Nachmittag hat uns dann Thomas durch seine Apfelanlagen geführt und uns mehr über den Anbau und die Vermarktung seiner 3 ha erzählt. Es war echt interessant, zu hören, was da alles zu tun und zu beachten ist, und wie viel Arbeit die Äpfel machen, bis man sie im Geschäft kaufen kann.

IMG_2227.jpg

IMG_2230.jpg

IMG_2228.jpg

Während wir unterwegs waren, hatte Lisi in der Laube schon was Leckeres für uns alle vorbereitet. Zu Wein und Holunderblütensirup gab es selbstgemachten Schinken, verschiedene Brotsorten, Käse, Oliven und Kapern. So sind wir einige Stunden gemütlich gesessen, haben zusammen gegessen, getrunken und gelacht. Die Kids haben noch eine Runde Wikingerschach gespielt und dann einen Film geschaut. Der letzte Abend verging wie im Fluge.

IMG_2240.jpg

IMG_2242.jpg

IMG_2250.jpg

Samstag, 04.08. - Die Heimreise

Heute klingelte der Wecker bereits um 06 Uhr.

IMG_2253.jpg

In den Nachrichten wurde für heute eine große Rückreisewelle angekündigt, weshalb wir zeitig losfahren wollten. Während Mareike und ich unser Gepäck im Auto verstauten, war bei unseren Kids die Zeit gekommen, um sich von Sabine, Stefan, Sofia und natürlich von Hund Laura zu verabschieden. Sie hatten sich gleich sehr guten mit allen verstanden. Als Erinnerung an die Hermanns schenkten unsere drei den Wielands das Wikingerschach.

IMG_2256.jpg

IMG_2258.jpg

"noch den Anhänger ran und los gehts"

Beim Auffahren auf die Autobahn gab es dann gleich das erste Problem. Bei Aubeles war die Schranke der Mautstation schon geöffnet, so dass Tim kein Ticket ziehen konnte. Da half auch kein Warten, also einfach mal weiterfahren und schauen, was passiert. An der letzten Mautstation vor dem Brenner, als es ans Bezahlen ging, lief das dann nicht so einfach. Letztendlich hat der Kassierer dann die ganzen Personen- und Fahrzeugdaten von Aubeles aufgenommen, dann durften sie weiter fahren, Gott sein Dank.

IMG_2259.jpg

Über den Brenner lief es noch richtig gut, der Verkehr war noch nicht so stark. Das änderte sich, als wir Richtung Fernpass fuhren. Dort war schon viel mehr los, es war Blockabfertigung am Lermooser Tunnel. Wir verloren dadurch über eine Stunde, dafür blieb aber Zeit, das Schloss am Fernsteinsee zu fotografieren.

IMG_2261.jpg

IMG_2264.jpg

Irgendwann waren wir dann auf der A7. Dort war auch nochmals Stau um Memmingen gemeldet, als wir dort waren, war aber nichts mehr davon zu sehen. Die letzten 100 km von Ulm nach Crailsheim waren zäh, doch irgendwann war es geschafft. Runter von der Autobahn, noch ein paar km bis nach Crailsheim. Bei uns ist es mittlerweile zur Tradition geworden, nach jedem Einrad-Wettkampf als Abschluss beim „Golden M“ in Crailsheim einzukehren. Natürlich konnten und wollten wir mit dieser Tradition nicht brechen!

IMG_2273.jpg

IMG_2274.jpg

Gegen Abend kehrten die Hermanns vom Abenteuer Unicon 16 in Brixen heim in ihr kleines, beschauliches Dorf in Hohenlohe…

Festmahl.png