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Vier Jahre nach der Einrad-Weltmeisterschaft in Brixen war es nun wieder soweit. Die Hermanns aus Rüddern machen sich auf den Weg zur 18. WM. Austragungsort ist dieses Mal Donostia - San Sebastian im Baskenland in Spanien. Die Stadt liegt am Atlantik, nicht weit von der französischen Grenze. Dies bedeutet eine Anreise über mehr als 1400 km. Wir fahren und wohnen die kommenden Wochen in unserem neuen, gebrauchten Wohnmobil. Die Vorbereitungen vor der Abreise haben viel Zeit gekostet, mehr als gedacht. Deshalb konnten wir am Freitag, den 22.07. erst nach 23 Uhr starten. Wir sind dann noch bis Karlsruhe gefahren. Die erste Nacht haben wir auf einem Stellplatz direkt am Rhein verbracht. Was das für ein schönes Fleckchen ist, haben wir erst am nächsten Morgen gesehen, als wir aufgewacht sind. Unicon_1.jpg

Unsere Route führte uns weiter, die Grenze zu Frankreich haben wir bei Mulhouse überquert. Es war ein etwas beklemmendes Gefühl, als an der Grenze Soldaten in voller Kampfausrüstung standen, um für größtmögliche Sicherheit zu sorgen. Wir fuhren weiter auf der Autobahn Richtung Besancon. Es war ziemlich hügelig, aber wir kamen gut voran. Später sind wir dann auf die mautfreien Nationalstraßen ausgewichen. Diese sind vergleichbar mit unseren Schnell- bzw. Bundesstraßen. Hier haben wir festgestellt, dass in Frankreich wohl der Kreisverkehr erfunden wurde. Irgendwo an einem dieser vielen Kreisel in einem kleinen Städtchen haben wir dann bei einer Bäckerei das erste französische Baguette gekauft und Pause gemacht – sehr lecker! Unicon_2.jpg

Gegen Abend haben wir dann nach gut 900 km Gesamtstrecke nach einem passenden Plätzchen zum Übernachten gesucht und einen kleinen, aber sehr schönen Campingplatz an einem idyllischen See gefunden. An der Rezeption sprach niemand deutsch oder englisch, das war sehr lustig, hat aber funktioniert. Hier hatte unser Hund Django, der natürlich auch mit dabei ist, dann Gelegenheit, sich richtig auszutoben. Unicon_3.jpg

Sonntagfrüh machten wir uns dann in Richtung Bordeaux auf den Weg. Das Wetter war prima und wir kamen dem Atlantik immer näher. Da unser Womo-Platz am Stadion in San Sebastian heute noch nicht verfügbar war, haben wir uns kurzfristig entschlossen, den Nachmittag noch am Atlantik zu verbringen und erst am nächsten Morgen über die Grenze nach Spanien zu fahren. Das Meer, die Wellen, der Wind – echt klasse, wenn nur der Sand nicht überall kleben würde. Auch Django war am Strand ganz aufgeregt. Unicon_4.jpg Unicon_5.jpg

Die letzten 70 km von Capbreton, wo wir übernachtet hatten, bis nach San Sebastian sind wir auf der Autobahn gefahren. Da haben wir dann zu spüren bekommen, wie teuer die französische Autobahnmaut ist. Für die komplette Anreise wäre das wirklich viel zu viel Geld gewesen. Allerdings gab es auf diesem Abschnitt keine geeignete Nationalstraße, auf die wir hätten ausweichen können.

Die Ankunft – 25.07.2016

Am Montag, den 25.07. sind wir dann gegen Mittag nach über 1500 km tatsächlich in San Sebastian angekommen. Riesige Wohnblöcke, mehrspurige Straßen, Brücken, Unterführungen – alles war mehrere Nummern größer, als wir es von daheim gewohnt sind. In der Stadt leben an die 200.000 Menschen. Allerdings war auch gleich zu sehen, dass es Spanien wirtschaftlich schon längere Zeit nicht gut geht. Viele Gebäude haben ihre besten Zeiten hinter sich, das Geld für Sanierungen fehlt aber wohl. Wir sind dann direkt ins Anoeta-Stadion gefahren. Hier um dieses Stadion des örtlichen Erstliga-Fußballclubs finden fast alle Wettkämpfe statt. Es waren noch nicht viele Teilnehmer vor Ort, aber Petra von Municycle war bereits dabei, ihren Stand aufzubauen. Von Vorbereitungen war allerdings noch nicht sehr viel zu sehen. Es schien so, als ob der Zeitplan eher nur eine Option war, die aber durchaus flexibel zu handhaben war. Wir wollten die Gelegenheit nutzen, um einen Blick in das riesige Fußballstadion zu werfen. Als wir aber die Außentreppen hoch sind, standen wir unvermittelt, bei Obdachlosen direkt im „Wohnzimmer“. Wir waren wirklich erschrocken, wie viele Menschen dort lebten, weil sie wohl keine andere Möglichkeit hatten. Einer der Obdachlosen hatte sogar einen Vogelkäfig mit einem Vogel darin auf der Betonbrüstung stehen. Das war schon ein kleiner Kulturschock für uns. In dieser Form hatten wir das noch nicht erlebt. Wir konnten leider nicht in Erfahrung bringen, wo genau wir unser Womo abstellen konnten, deshalb haben wir dann erstmal selber nach diesem Platz gesucht und geparkt. Am frühen Abend kamen dann Lea und Paddy an. Sie waren von Stuttgart nach Bilbao geflogen und dann mit einem lebensmüden Busfahrer hierher nach San Sebastian geheizt. Wir haben die beiden dann mit dem Womo in der Stadt abgeholt uns sind, nachdem wir noch einen Abstecher zum Strand gemacht hatten, wieder zurück zum Parkplatz. Auf diesem Platz haben wir dann tatsächlich noch 2 Nächte verbracht, bevor wir dann auf den eigentlichen Platz umziehen konnten. Diese Camper-Area war direkt hinter einer Stierkampf-Arena. Von außen sah sie aus wie ein Ufo, allerdings wie ein baufälliges Ufo. Vom Inneren waren wir aber total überrascht. Alles war sehr gut in Schuss, die 10.000 Sitzplätze ebenso wie die frisch gewässerte Sandarena in der Mitte. Ein Reinigungstrupp war dort am Arbeiten, da in Kürze ein Stierkampf hier stattfinden sollte. Unicon_6.jpg Unicon_7.jpg

Nach und nach kamen immer mehr Einradfahrer aus aller Welt an und auch die Vorbereitungen rund ums Stadion kamen jetzt ins Rollen. Auch die Dusch- und WC-Container an der Camper-Area wurden angeliefert. Die Straße, wo sie abgestellt wurden, war allerdings sehr abschüssig. Jetzt stellte sich uns die Frage, ob es auf den Toiletten vielleicht Sicherheitsgurte gab. Die Lösung kam aber prompt. Ein städtischer Bautrupp kam und hat noch Ausgleichspodeste gemauert und so konnte mit einem Tag Verspätung die Anlage in Betrieb gehen.

Die Anmeldung und Eröffnung – 27.07.2016

Am Mittwoch, den 27.07. war am frühen Abend die Eröffnung der Unicon 18 geplant. Vorher wollten wir uns, wie die anderen auch, noch registrieren lassen. Also nichts wie hin zu der mittlerweile durch ein Zelt überdachten Social Area. Es hatte bereits eine riesige Schlange vor der Registrierung gebildet. Als wir dann schon eine Weile angestanden waren, kam einer der Organisatoren, eine Kanadier durch die Reihen und hat verzweifelt nach Helfern gesucht, die der englischen Sprache mächtig sind. So fanden wir alle uns unvermittelt an der Startnummernausgabe, wo wir die nächsten 2 Stunden geholfen haben, dass die Anmeldung etwas schneller von statten ging. Unicon_9.jpg

Es hat natürlich Spaß gemacht, hier mitzuhelfen, war aber auch ganz schön anstrengend. Als dann um 16 Uhr die Registrierung geschlossen wurde, hat sich der Kanadier, dessen Namen ich leider noch immer nicht weiß, herzlich bei uns, der „helpers family“ , für die tatkräftige Unterstützung bedankt. Anschließend haben Tim und ich uns fertig gemacht für die Opening Ceremony. Hier war geplant, dass sich die Einradfahrer an einem Park am Strand treffen, um dann alle gemeinsam durch die Innenstadt zum Stadion zu fahren. Als wir zum Treffpunkt gekommen sind, war schon alles von Einradfahrern bevölkert. Unicon_23.JPG

Am Kopf des Umzugs fuhr die Polizei, die auch die Kreuzungen und Kreisverkehre entsprechend abgesichert hatte. Es war wirklich eine tolle Stimmung. In der Innenstadt standen viele Zuschauer und fotografierten und applaudierten. Eine dänische Truppe direkt vor uns hat immer wieder Formationen dargeboten, eine Musiktruppe war auch mit dabei. Als wir dann ins Stadion kamen, war wirklich Partystimmung angesagt. Das musste natürlich festgehalten werden, hatte sich auch Julia Hoffmann vom SC Vachendorf gedacht. Sie war dann so mit ihrem Handy beschäftigt, dass sie unvermittelt auf einen Laternenpfahl gefahren ist, aber Julia und ihr Handy waren beide unversehrt. Unicon_25.jpg

In der Social Area wurden dann noch die ganzen Organisatoren und Verantwortlichen für die verschiedenen Bereiche vorgestellt. Jetzt war es soweit, die Unicon 18 war offiziell eröffnet. Unicon_8.jpg

Die ersten Wettkämpfe – 28.07.2016

Am Donnerstag begannen dann die ersten Wettkämpfe. Für mich selbst waren bereits im Vorfeld die Chancen auf einen Platz auf dem Treppchen quasi gleich null, da ich in der AK 30+ starten musste. Bei den Langsam-Disziplinen und beim Stillstand wurden die Altersklassen gänzlich abgeschafft. Für uns war dieser erste Tag gleich ein wichtiger und anstrengender Tag. Es standen neben Hoch- und Weitsprung auch der Trial auf dem Programm. Gesprungen wurde auf Asphalt, was bei manchen Startern gar nicht positiv aufgefasst wurde, da sonst oft auf Tartanbahnen gesprungen wird. Für uns war das aber kein Problem. Eher unangenehm waren da die teilweise sehr langen Wartezeiten beim Springen, bedingt durch die sehr große Anzahl von Startern. Für uns lief es ganz gut. Wir konnten alle gute Leistungen zeigen. Tim konnte tatsächlich seine persönliche Bestleistung von 80 cm im Hochsprung schaffen, die 85 cm hat er nur knapp gerissen. Unicon_26.jpg Unicon_14.JPG

Im Weitsprung hatte er mit 230 cm sogar seine persönliche Bestleistung getoppt. Ich konnte mit 60 cm hoch und 160 cm weit ganz zufrieden sein. Lea und Jule sprangen beide 35 cm hoch. Für Jule bedeutete das den undankbaren 4. Platz, für Lea, Tim und mich Platzierungen im Mittelfeld. Beim Trial wurde in vier Gruppen gestartet. Jule, Tim und ich starteten in der Gruppe 3. Wir hatten insgesamt 2 Stunden Zeit, möglichst viele der aufgebauten Hindernisse, sogenannte Lines, mit dem Einrad zu überwinden. Kampfrichter haben alles überwacht und dann bei erfolgreichem Absolvieren jedem Teilnehmer auf seiner Karte bestätigt. Diese Lines waren sehr, sehr anspruchsvoll, das bedeutete wirklich sehr viel Schweiß, aber auch viel Spaß und Adrenalin. Beim Trial bin ich unter anderem mit einem Facebook-Freund aus Taiwan gestartet. Wir haben uns danach noch eine ganze Weile unterhalten.

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Am späten Abend haben wir uns dann vor dem Womo in der Camper Area noch gemütlich mit den Lentingern zusammengesetzt, um uns von Sebastian die aktuellen Hockey-Regeln erklären zu lassen. Wir würden in zwei Tagen unser erstes Hockeyturnier spielen, und das gleich bei einer WM – einfach verrückt.

Am Freitag, den 29.07. ging es zuerst mit den Langsam-Disziplinen los. Aufgrund der neuen Regeln muss eine Quali-Zeit gefahren werden, um im Finale starten zu können. Die Altersklassenwertung entfällt komplett.

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Wir haben versucht, diese Quali zu schaffen, was leider nicht gelang. Die Bedingungen, unter denen die Teilnehmer starten mussten, waren einer WM nicht angemessen. Zu wenig Platz, ein welliger Boden, so dass die Fahrbretter teilweise unterlegt werden mussten und dann noch viele koreanische Starter, die nicht in der Lage waren, ruhig zu sein, um den startenden Fahrern ein gewisses Maß an Konzentration zu gewähren. Das war ein eher unschönes Erlebnis für uns.

Anschließend ging es dann wieder weiter mit dem Springen, und zwar nicht wie am Tag zuvor über Latten bzw. Stangen, sondern auf Paletten hoch bzw. von einem Palettenstapel auf einen anderen. Die aktuelle Regelung beim Palettenweitsprung sieht jetzt leider vor, dass eine Anlaufspur bereitstehen muss, so dass auch hier, wie beim normalen Weitsprung, die Starter, die im sog. Rolling Hop springen, im Vorteil sind. Tim und ich sind zuerst beim Weitsprung eingestiegen. Die Startweite von 130 cm war für uns beide im Sidehop noch gut zu machen, der Abstand wurde in 10 cm-Schritten gesteigert, und der Adrenalinspiegel ging entsprechend nach oben. Für mich waren übersprungene 160 cm mein Limit, Tim konnte sogar die 190 cm noch schaffen. Unicon_15.JPG Unicon_16.JPG

Beim Palettenhochsprung ist dann auch Jule angetreten. Sie konnte mit 2,5 Paletten ihre persönliche Bestleisung springen, ich schaffte 4, Tim sogar 5,5 Paletten. Die Stimmung beim Springen war insgesamt echt super. Die Teilnehmer haben sich gegenseitig angefeuert und beklatscht, wenn ein guter Sprung gelungen ist. Das war wirklich ein Highlight für uns und wir konnten wieder neue Kontakte knüpfen.

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Abends war wieder gute Unterhaltung in der Camper Area – die Unicon ist einfach ein tolles Event!

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Der Kracher des Tages kam aber noch. Wir sind nachts um 12 Uhr dann noch zur Ergebnistafel gelaufen, um nach den Sprungresultaten zuschauen. Für Tim und mich waren wieder nur Platzierungen ab Rang 4 drin, aber unsere Jule hatte es tatsächlich auf Rang 3 beim Palettenhochsprung geschafft. Wir haben uns gefreut, wie die Schneekönige. Echt super, eine WM-Medaille!!

Das Hockeyturnier – 30.07.2016 Heute stand unser erstes Hockeyturnier auf dem Plan. An der Unicon werden 2 Turniere ausgetragen. Im A-Turnier spielen die besten Mannschaften, dieses Jahr insgesamt 7, im B-Turnier können sich auch Mannschaften anmelden, die in keiner Hockeyliga spielen. Trotzdem sind hier auch viele A-Spieler dabei. 2 Tage vor Meldeschluss hatte Lea die Idee, dass auch wir Hermanns am Hockeyturnier teilnehmen könnten. Gesagt – getan. Wir hatten dann mit Familie Franz aus Lenting gesprochen und kurzerhand eine gemeinsame Mannschaft gemeldet mit folgender Aufstellung: Lea, Tim, Jule und ich, sowie Jürgen, Gerti, Simone und noch Sebastian. Kurzerhand verstärkt haben wir das Team dann vor Ort noch mit Natascha aus Duisburg und Hanna aus Stuttgart. Gerti war leider krank und konnte nicht mitspielen. Unicon_19.JPG Unicon_20.JPG

Insgesamt waren 40 Mannschaften für das B-Turnier gemeldet. Unsere Gegner in der Vorrunde waren Australia Blue, Hong Kong, die Rhein-Neckar-Löwen und eine Lübecker Mannschaft. Uns war natürlich klar, dass wir hier nicht mit den Besten mithalten konnten, aber wir wollten alle zusammen Spaß an diesem Mannschaftssport haben. Gespielt wurde in einer Eishockeyhalle, natürlich ohne Eis. Die Aufregung steigerte sich bei allen, als das erste Spiel anstand. Dieses erste Spiel gegen die Australier begann mit einem Schock für uns: Sebastian stürzte bereits nach 2 Minuten so unglücklich, dass er sich übel am Arm verletzt hat und sofort ausgewechselt werden musste. Da er der einzige Spieler mit viel Hockeyerfahrung ist, war das natürlich doppelt schlimm. So ging das erste Spiel gleich deutlich verloren. Im zweiten Spiel gegen die Hong Kong-Chinesen kam es noch schlimmer. Sie spielten technisch schon gut, allerdings sehr hart, meiner Meinung nach übertrieben hart. Das hat keinen großen Spaß gemacht, gegen diese überharten Chinesen zu spielen. Wir haben uns aber trotzdem von Spiel zu Spiel verbessert. Es hat aber leider nicht gereicht, um ein Spiel für uns zu entscheiden bzw. ins Achtelfinale einzuziehen. Nach der ersten Diagnose im Krankenhaus war Sebastian wieder bei uns in der Halle. Er hatte sich die Speiche des Unterarmes gebrochen. Das war wirklich schlimm! Für ihn war die Unicon beendet, bevor sie richtig begonnen hatte.

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Am Abend waren Mareike und ich mit den Fahrrädern in der Stadt unterwegs, um Lebensmittel einzukaufen. Wir haben ein großes Einkaufszentrum mit einem schönen Supermarkt gefunden. Hier merkten wir auch, dass wir am Meer waren. Die Fischabteilung war wirklich sehr gut sortiert.

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Auf dem Rückweg begann es dann schon zu regnen. Das konnte uns aber nicht davon abhalten, unser erstes Hockeyturnier mit dem einen oder anderen Jägermeister abzuschließen. Das war wirklich noch ein sehr lustiger und langer Abend.

Die Siegerehrung-31.07.2016

Heute war das Wetter alles andere als schön. Es hatte die ganze Nacht geregnet und unser Dach, unter dem wir eigentlich trocken stehen sollten, war undicht wie ein Sieb. Überall tropfte das Wasser durch, da mussten wir doch unsere Markise ausfahren, um trocken frühstücken zu können. Heute konnten wir uns endlich mal Zeit lassen und ohne Hektik den Tag beginnen. Am Nachmittag standen die Siegerehrungen vom Springen an. Also haben wir uns mit Jule auf den Weg zur Social Area gemacht. Die erste Ehrung war gleich Jules Disziplin, der Palettenhochsprung. Als ihr Name aufgerufen wurde, kam sie leicht in Hektik, aber sie hat es noch rechtzeitig aufs Podest geschafft und wurde für ihren 3. Platz geehrt.

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San Sebastian – Die Stadt – 01.08.2016

Da heute keiner von uns an den Wettkämpfen zu starten hatte, haben wir den freien Tag genutzt, um die Stadt zu erkunden. Wir sind mit unseren Fahrrädern bzw. Einrädern erstmal in Richtung Altstadt gefahren, natürlich war unser Hund auch mit dabei. Es gibt in San Sebastian viele Radwege, das war sehr praktisch für uns. Endlich haben wir mehr als nur die Vororte der 190.000 Einwohner-Metrople zu sehen bekommen.

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Die Altstadt mit den historischen Gebäuden und den kleinen, verwinkelten Gassen waren einfach toll, richtiges südländisches Urlaubsflair! Die vielen kleinen Tapas Bars waren bereits mittags sehr gut besucht. Auch Mareike und ich konnten nicht widerstehen und haben die leckeren Tapas probiert.

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Django hat sich über ein kühlendes Eis gefreut. Im Hafenbecken waren sehr viele große Fische zu bestaunen, da war ein Besuch im dortigen Aquarium fast unnötig.

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Die Rückfahrt zum Stadion hatte dann leider etwas länger gedauert, weil Jules Einrad einen Plattfuß hatte.

Die Bahnrennen, 1. Tag – 02.08.2016

Heute mussten wir schon früh aufstehen. Jule und Lea hatten ihre ersten Disziplinen im Stadion zu fahren. Ab 7 Uhr war das Stadion bereits für die Sportler geöffnet, die Rennen sollten um 8 Uhr beginnen.

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Der Start verzögerte sich um eine gute halbe Stunde, da über Nacht der Rasen gesprengt wurde und leider auch die Tartanbahn. Deshalb wurden die 100 Meter-Rennen später gestartet, damit die Bahn wieder etwas abgetrocknet war. Jule war im 7. Lauf dran. Mit einer Zeit von 0:17.897 sec. belegte sie einen guten 25. Platz von 55 Starterinnen in ihrer Altersklasse.

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Beim 30 m Radlauf wird das Einrad nicht mit den Kurbeln und Pedalen, sondern ausschließlich mit den Füßen direkt auf dem Reifen angetrieben.

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Jule und Lea waren in ihren Altersklassen am Start. Leider konnten beide ihre Läufe nicht ins Ziel bringen. Am Nachmittag gab es dann ein Gruppenfoto der deutschen Teilnehmer. Leider waren nicht alle deutschen Starter da, aber die Hermanns waren dabei. Das war ne Mordsgaudi!

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Später haben Mareike und ich in der Eishalle den Spielern des Hockey-A-Turniers zugeschaut. Da ging es nochmals anders zur Sache als in unserem B-Turnier. Schnelle Ballkombinationen, Dribblings und coole Weitschüsse waren angesagt. Hier sahen wir, was wir noch zu lernen haben bis zum nächsten Turnier. Am Abend waren wir dann noch beim Weitsprung-Finale der Damen. Sehr beeindruckend, wie die Mädels gesprungen sind.

Die Bahnrennen, 2. Tag – 03.08.2016

Heute klingelte der Wecker auch wieder früh. Jule kam kaum aus ihrem Bett.

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Um 8Uhr starteten die 50 m Einbein-Rennen. Die Läufe werden von jung nach alt gestartet, deshalb musste Jule wieder früh im Stadion sein. Mit 0:12.126 sec. konnte sie wieder einen guten Platz im Mittelfeld erreichen.

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Lea konnte nach einem prima Start ihren Lauf leider nicht ganz ins Ziel bringen. Am Nachmittag haben wir dann die 4 x 100 m Staffeln angeschaut. Es war schon klasse, wie die Besten die Strecke unter 1 Minute gefahren sind. Anschließend waren wir noch in der Halle und haben ein Basketballspiel angeschaut. Das war wirklich eine spannende Angelegenheit. Schön anzuschauen, wie die Spieler kombiniert haben. Am Ende haben sich die Spieler aus Puerto Rico dank ihrer besseren Trefferquote durchgesetzt.

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Am frühen Abend sind wir dann wieder gemütlich zusammengesessen und haben uns mit anderen Teilnehmern über alle möglichen Themen unterhalten. Dieser Austausch bringt uns alle hoffentlich wieder ein Stück weiter im Einradsport.

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Um 21Uhr sind wir dann alle zusammen wieder zurück in die Halle, um die Kleingruppenküren anzuschauen. Natürlich haben wir die Fahrer im Bayernkader angefeuert. Die langen Pausen zwischen den einzelnen Küren hat das Publikum dann mit Klatschen und La Ola Wellen überbrückt, die Stimmung war trotz fortgeschrittener Stunde toll.

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Besonders die Japaner beeindruckten durch eine tolle Synchronität und eine unvergleichliche Präsentation, auch mit entsprechenden Kostümen. Weit nach Mitternacht sind wir dann endlich in die Betten gekrochen.

Die Altstadt bei Nacht – 04.08.2016

Heute war nochmals ein freier Tag für uns. Das Frühstück haben wir dann gleich mal etwas später zu uns genommen.

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Auch Django hat mal länger geschlafen.

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Danach war Zeit für aufräumen, Wäsche waschen, einkaufen usw., das musste auch mal wieder sein. Später am Nachmittag haben wir uns in gemütlicher Runde zusammengesetzt und über unsere Ziele, Wünsche und Probleme in unserem Sport gesprochen. Da kamen durchaus gute Gedanken und Ansätze zu Tage!

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Am Abend, als der Regen aufgehört hat, sind wir alle mit den Rädern Richtung Altstadt gefahren. Das hat richtig Spaß gemacht. Bei Nacht war dieses schöne Fleckchen noch bezaubernder als bei Tage. Die historischen Gebäude wirkten durch die Beleuchtung noch imposanter. Am Ufer war eine ordentliche Brandung zu sehen, begleitet von teils heftigen Winden.

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Die Bars in der Altstadt waren alle gut besucht, es herrschte eine angenehme, umtriebige Stimmung in den engen Gassen. in den Touri-Shops gab es allerlei Nötiges und Unnötiges zu kaufen.

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Natürlich haben wir auch nochmals verschiedene Tapas probiert. Es war uns nicht immer klar, was wir da gegessen haben, es hat aber alles sehr lecker geschmeckt.

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Freier Tag am Freitag – 05.08.2016

Für heute war unsere letzte Disziplin, der Stillstand, angesetzt. Hier geht es darum, möglichst lange auf einem kleinen Brett (10 x 25 cm) mit dem Einrad zu balancieren, ohne zu springen oder vom Brett zu fahren. Leider wurde der Wettkampf vom Orga-Team kurzfristig am Samstag verschoben. Wir haben die freie Zeit nochmals genutzt, um mehr von Der Stadt zu sehen. Also nichts wie rauf auf die Räder und ab Richtung Altstadt. Natürlich war zuerst mal wieder shoppen angesagt, ein leckeres Eis durfte auch nicht fehlen. Da die Mädels unbedingt noch Schuhe brauchten, haben Tim und ich uns entschieden, mit den Einrädern hinter dem Hafen hoch auf den Monte Urgull zu fahren. Wir haben uns für die kurze, direkte Variante entschieden, das hieß allerdings viele steile Treppen und mehr Laufen als Fahren. Die Wege nach oben waren allerdings wirklich schön, und es bot sich immer wieder ein toller Ausblick auf den Hafen, den Strand und die ganze Stadt.

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Oben angekommen, konnten wir die ganze Festung, die Kanonen aus dem Jahre 1502 und die Cementerio de los Ingleses, eine riesige, beindruckende Art Christusstatue, ähnlich der in Rio de Janeiro, bestaunen.

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Der Weg hatte sich wirklich gelohnt, echt genial! Unsere Nachbarn in der Camper Area, die Hockeyspieler aus dem Ruhrpott, haben wir dort oben auch wieder getroffen. Wie klein ist doch diese riesige Stadt. Wieder unten angekommen, mussten wir vergnügt feststellen, dass es hier wirklich alles zu kaufen gibt, sogar pinke Kackbeutel für unseren Django!

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Stillstand – 06.08.2016

Heute war unser letzter Wettkampf, der Stillstand, der eigentlich schon gestern hätte stattfinden sollen. Also nochmal früh aufstehen. Es wurde allerdings nicht nur der Termin, sondern auch die Location verschoben. Es war von einer Halle an einer Schule die Rede. Also auf zu der Freestylehalle. Dort angekommen, fanden wir nur einen handgeschriebenen Zettel, dass der Wettkampf nicht hier stattfindet, sondern an einer Schule. Die Nächste war auf der anderen Straßenseite, wo auch viele Teilnehmer ihr Übernachtungsquartier haben. Dort hat uns gleich die Security freundlich aus dem Gebäude gebeten, weil wir nicht das passende farbige Armband hatten, die die dort einquartierten Teilnehmer kennzeichnet. Nach langem Hin und Her fanden wir dann jemanden, der uns den Weg zur richtigen Schule erklärt hat. Nach etwa 1,5 km Fußmarsch haben wir die Halle dann endlich gefunden, das war echt mühsam. Die Halle an sich war aber ganz gut. Viele Starter waren schon vor Ort und versuchten, möglichst lange auf dem kleinen Stück Holz mit dem Einrad zu balancieren.

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Bei mir lief es mittelmäßig. Im ersten Versuch etwa 30 sec., im zweiten Versuch dann ca. 36 sec. , für mich keine Bestzeit, aber ganz ordentlich. Zu gewinnen gab es für mich bei diesem Wettkampf von vorneherein nichts, da ich in der AK 18+ gewertet wurde. Da starten die ganzen Trial-Cracks, und die können teilweise sehr lange balancieren. Es ist schon nicht einfach, sich zu motivieren, wenn man ständig mit den jungen Startern gewertet wird, es hat aber trotzdem Spaß gemacht. Toni Mathes aus Neukirchen war dann nach mir dran. Wir haben dann anschließend noch eine neue Disziplin erfunden, den Pair-Stillstand. War echt witzig und sehr elegant in der Ausführung. Wir sind quasi die Weltmeister der Herzen!

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Danach sind wir zurück in die andere Halle und haben die Hockey-A-Finalspiele angeschaut. Leider konnten unsere netten Nachbarn in der Camper Area, die Baukau Boogaloos aus Herne, ihren Titel nicht verteidigen und mussten sich der Schweizer Mannschaft geschlagen geben. War aber trotzdem ein aufregendes Spiel.

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Nach kurzer Pause waren dann noch die Großgruppenküren angesagt. Das ist immer ein Publikumsmagnet und es füllte sich die Halle mehr und mehr. Die deutschen Gruppen konnten sich gut präsentieren, die Dänen waren allerdings, wie in Brixen vor 4 Jahren, einfach toll. Schöne Formationen, unglaubliche Synchronität, das macht sogar einem Nicht-Freestyler wie mir Spaß. Etwas enttäuscht waren wir von den Japanern. Sie waren nicht ganz so perfekt wie erwartet, die Kür war aber auch schön anzuschauen. Die Stimmung in der Halle war echt super!

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Auf dem Rückweg zum Womo wurden wir in der Camper Area von sehr lauter, spanischer Musik empfangen. Die Techniker in der Stierkampfarena haben wohl Soundcheck gemacht. Da konnten wir uns schon in etwa vorstellen, wie es dort in einer Woche abgeht, wenn die Stierkämpfe stattfinden.

Der letzte Tag - 07.08.2016

Jetzt war es tatsächlich schon wieder soweit. Der letzte Tag dieser Unicon mit dem letzten Wettbewerb, dem Marathon, war angebrochen. Da keiner von uns auf den Rundkurs durch die Innenstadt von San Sebastian ging, haben wir die Zeit dazu genutzt, um schon mal unsere sieben Sachen zu packen. Die ganzen Einräder mussten wieder im Anhänger verstaut werden. Die Camper Area hatte sich schon etwas geleert, da einige Teilnehmer, die nicht am Marathon starteten, bereits abgereist waren. Mittags sind wir dann alle zusammen über die 86 Treppenstufen runter zur Social Area. Dort war ein großes, gemeinsames Paella-Essen angesagt. Dort angelangt, konnten wir das Kochteam mit einer riesigen Pfanne beim Zubereiten einer Paella, einem spanischen Nationalgericht, beobachten. Die Paella gibt es in verschiedenen regionalen Variationen. Für die Kids war auf jeden Fall erfreulich, dass zwischen dem Reis keine Meeresfrüchte zu finden waren, sondern Fleisch. Also nix wie anstellen, einen großen Teller voll abholen und dann gemeinsam genießen. Die Köche hatten das echt super im Griff. Die Essensausgabe ging zügig voran und es hat wirklich lecker geschmeckt. Welche Sorte Fleisch neben dem Hähnchen in der Paella enthalten war, konnten wir erst feststellen, nachdem auf Jules Teller zwischen dem leckeren Reis ein halber Kaninchenkopf zum Vorschein kam. Da hatten dann einige plötzlich keinen Appetit mehr. Wir hatten wirklich eine Rießengaudi, wie so oft in diesen Tagen.

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Am Nachmittag begann dann die offizielle Abschlussparty. Alle Teilnehmer, die noch vor Ort waren, trafen sich ein letztes Mal, um T-Shirts zu tauschen, Unterschriften und Adressen zu tauschen, gemeinsame Fotos zu machen und über die kommenden Events zu plaudern. Am Abend dann ein letztes Mal die steilen Treppen hoch zur Camper Area und ein letzter Blick auf das Station.

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Wir hatten eine tolle Zeit hier in San Sebastian. Die Organisation der Wettkämpfe war sicherlich nicht optimal, trotzdem ein großes Lob an das relativ kleine Orga-Team von uns. An die spanische Mentalität mussten wir uns anfangs erst gewöhnen. Die Zeitpläne waren hier nur eine Option, und kurzfristige Änderungen und Probleme mit der Zeitmessung bei den Straßen- und Muni-Rennen waren leider keine Seltenheit. Wir konnten teilweise sehr gute Leistungen in den einzelnen Disziplinen zeigen. Jule hat sogar eine Bronzemedaille gewonnen, einige Platzierungen unter den Top Ten zeigten uns, wo wir stehen und wo wir uns noch verbessern können. In Erinnerung bleiben aber in jedem Fall die schönen, gemeinsamen Abende in der Camper Area mit alten und auch neuen Freunden.

Die Abreise – 08.08.2016

Heute mussten wir früh aufstehen. Lea und Paddi mussten rechtzeitig am Flughafen in Bilbao sein, um den Heimflug nicht zu verpassen. Deshalb wollten wir spätestens um 8:30 Uhr losfahren, um die beiden dorthin zu bringen. Nach einem kurzen Frühstück also die letzten Utensilien verstaut und den Anhänger ran ans Womo. Der Abschied von den anderen Campern ist uns schon etwas schwergefallen, aber es wird hoffentlich bald wieder ein Wiedersehen geben. Die Fahrt nach Bilbao über die Autobahn war wenig spektakulär, so dass wir rechtzeitig dort angekommen sind und Lea und Paddi am Flughafen absetzen konnten.

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Mit unserem Wohnmobil wollten wir dann nicht einfach direkt nach Hause fahren, sondern noch ein paar Tage durch Spanien und Frankreich zu fahren, um mehr von diesen Ländern zu sehen. Also führte uns der Weg über die südlichen Ausläufer der Pyrenäen in Richtung Mittelmeer. Eine erste Pause legten wir in Pamplona ein, und zwar auf einem Lidl-Parkplatz. Dort gab es tatsächlich Brezeln, das war der Kracher und eine willkommene Abwechslung zu den Baguettes, welche wir die letzten Wochen häufig gegessen hatten.

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Die Landschaften hier waren unglaublich schön und beeindruckend, aber auch geprägt von teilweise kärglicher Landwirtschaft. Dass Wasser hier ein wichtiger Faktor ist, war unschwer zu erkennen. Die Straßen führten uns durch weite Ebenen, aber auch über enge Passstraßen bis auf mehr als 1700 m über dem Meeresspiegel. Immer wieder fuhren wir durch entlegene Dörfer, wo die Zeit anscheinend stehen geblieben war. Ruinen von Befestigungen auf steilen Felsformationen zeugten von besseren Zeiten dieser Region. Hier waren immer wieder Nationalparks zu finden, aber auch wieder große Windparks und riesige, glasklare Stauseen, die der Energiegewinnung und als Speicher für die Bewässerung dienen.

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Vor Einbruch der Dunkelheit haben wir auf einem dieser Pässe an einem schönen Platz angehalten und bei supertoller Aussicht im Freien zu Abend gegessen.

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Die erste Nacht verbrachten wir in der Nähe von Perpignan in den östlichen Pyrenäen. Wir erreichten den kleinen Stellplatz zwischen hohen Bäumen in der Nähe eines Dorfes, welches auch mit umweltverträglichem Tourismus warb. Am Morgen haben Mareike, Django und ich erst einmal die schöne Gegend erkundet, bevor wir weitergefahren sind.

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Die Pyrenäen hatten wir mit unserem Gespann geschafft. Das war mit dem mehr als 11 Meter langen Gespann nicht immer einfach und hat Mareike und mir immer wieder den Schweiß auf die Stirn getrieben. Das war jetzt erst einmal wieder vergessen.

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Die Straßen waren wieder breiter und weniger kurvig. Dafür war es hier sehr, sehr windig. Dass dies hier nicht ungewöhnlich war, zeigten uns Warnschilder am Straßenrand, wo Autofahrer mit Anhänger zu angepasster Geschwindigkeit wegen der Winde aufgefordert wurden. In Höhe von Narbonne fuhren wir einen Stellplatz direkt am Meer an. Der Sandstrand war sehr breit und von Surfern belagert. Django hats dort gefallen, das Wetter war allerdings nicht so toll.

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Deshalb haben wir uns nach einem leckeren Mittagessen, welches Mareike gekocht hatte, zur Weiterfahrt entschieden. Unser eigentliches Ziel war nämlich die Cote d‘ Azur. Also ging es weiter in Richtung Montpellier und Nimes. Bei Gèminos haben wir uns dann wieder einen Stellplatz für die Nacht gesucht. Es war immer wieder erstaunlich, über welch enge Straßen man fahren muss, um mit dem Wohnmobil zu diesen Stellplätzen zu kommen. Ohne die entsprechenden Apps auf dem Handy könnte man diese Plätze nicht finden. Es war aber wieder ein sehr spezieller Platz. Die Schranke musste man selbst öffnen, die entsprechende Infotafel gab es nur in französischer Sprache und auch die Platzwärterin sprach keine andere Sprache, was die Anmeldung einmal mehr sehr interessant machte.

Saint-Tropez – 10.08.2016

Heute wollten wir Saint-Tropez einen Besuch abstatten. Das Meer und die Landschaft dort sollten traumhaft schön sein. Die Anfahrt dorthin führte uns aber zuerst wieder mal über teils sehr enge und kurvige Bergstraßen. Wir haben dann den Tipp von Jürgen befolgt und sind nicht direkt dorthin gefahren, sondern über die südliche Halbinsel in Richtung Meer. Der anvisierte Stellplatz am Strand war sehr gut bewertet und das nicht zu unrecht. Wir sind dann bei tollem Sonnenschein direkt zum Strand. Das war herrlich dort. Glasklares Wasser, leichte Wellen und draußen lagen teilweise riesige Yachten vor Anker.

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Auch Django hats gefallen.

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Er hat sich unter den Sonnenschirm gelegt und festgestellt, dass der Sand weiter unter feucht und damit kühler ist. Also mal kurz gebuddelt und sich so etwas abgekühlt. Beim Sand buddeln hat er die Mädels, die sich nebenan gesonnt haben, volle Kanne mit Sand vollgescharrt. Wir konnten uns das Lachen kaum verkneifen, die Mädels fanden es aber weniger lustig. Am frühen Abend sind wir dann zu Fuß nach St.-Tropez gelaufen. Es war doch etwas weiter, als uns der Platznachbar erzählt hatte. Trotzdem hatte es sich gelohnt. Unterwegs sind wir an teilweise gut bewachten Villen und Hotels vorbeigekommen. Im Zentrum tobte das Leben. Hier wurden ja einige Luis de Fùnes-Filme gedreht. Die Häuser und die Hafenmauer schienen auch keine große Veränderung erfahren zu haben.

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Allerdings sind die Preise hier, besonders direkt am Hafen, bedingt durch die Anwesenheit der High Society, sehr hoch. Alle namhaften Modelabels betreiben hier Geschäfte, die auch viele Möchtegern-Promis anziehen. Das war nicht unsere Welt, trotzdem war die Stadt durchaus sehenswert und interessant. Bevor wir am nächsten Vormittag weiter gefahren sind, haben Mareike und ich uns im herrlichen Wasser erfrischt. Auf der Weiterfahrt haben wir dann erlebt, wie beliebt diese Gegend ist. Wir haben für einige Kilometer auf der Küstenstraße locker eineinhalb Stunden benötigt. Der Verkehr hier war wirklich übel, aber es schien so, als ob das in der Saison normal ist. Die weitere Rückfahrt führte uns dann Richtung Avignon, dann visierten wir Lyon als nächstes Ziel an. Diese Strecke sind wir wieder auf Land- und Nationalstraßen gefahren. Die Mautgebühren auf den Autobahnen sind wirklich nicht gering, besonders, wenn man mit Anhänger unterwegs ist. Der Vorteil der Landstraßen ist auf jeden Fall, dass man mehr von Land und Leuten sieht. Der Nachteil ist, dass Frankreich wohl der Ursprung aller Kreisverkehre sein musste. Wir haben gefühlt tausende davon durchfahren. Es gab sie in allen Variationen, wirklich unvorstellbar. Kleine Kreisel, in der Mittel nur asphaltiert, riesige Kreisel mit zig Metern Durchmesser, die auf den ersten Blick eher an einen Park erinnerten. Toll bepflanzt, auch mit Springbrunnen oder regionalen Skulpturen. Es waren sogar Düsenkampfjets darin aufgestellt, als Hinweis für ein Museum. Andere waren oval, sogar einen dreieckigen, kleinen Kreisel haben wir durchfahren. Der war nur wegen des obligatorischen Schildes als Kreisel zu erkennen. Einer war über der Autobahn als riesiger Verteiler erbaut. Für Deutschland wirklich unvorstellbar, ebenso wie der Fahrstil der einheimischen Bevölkerung. In Lyon hatten wir dann ein sehr spezielles Erlebnis. Unser Navi hatte sich leider mal verabschiedet und wollte uns nicht mehr weiterhelfen, auf der Karte war unser Standort auf die Schnelle auch nicht gleich zu orten und die Beschilderung war quasi nicht vorhanden. An einer Abzweigung haben wir uns dann wohl für die falsche Richtung entschieden und wir fuhren dann in Richtung Innenstadt. Das Problem war dann, dass uns plötzlich eine Höhenbegrenzung auf 2,6 m die Weiterfahrt unmöglich machte. Drehen auf die Gegenrichtung war nicht möglich, so dass wir uns plötzlich auf den S-Bahn-Schienen wiederfanden. Rechts Gehweg und links Bäume, Mareike konnte einfach nicht runter von den Schienen. So fuhren wir ein ganzes Stück. Wartende Fahrgäste an der nächsten S-Bahn-Haltestelle schauten ziemlich verdutzt, als wir mit Womo und Anhänger vorbeigefahren sind. Endlich kam dann eine kleine Querstraße und wir waren wieder auf der normalen Fahrbahn. Kurz darauf kam dann tatsächlich die Straßenbahn angerauscht - das war eng!

Die Ankunft daheim – 12.08.2016

Heute war es soweit. Wir fuhren wieder in Richtung Deutschland. Die vergangene Nacht standen wir kurzerhand auf einem Supermarkt-Parkplatz, da der Womo-Stellplatz in Besancon leider voll belegt war. Wir hatten in den vergangenen Wochen viel erlebt, freuten uns aber jetzt alle irgendwie wieder auf unser Zuhause. Die Fahrt in Richtung Grenze lief ziemlich gut, aber kaum waren wir wieder in Deutschland, begannen die Straßen wieder voll zu werden. Kein Wunder, denn hier bezahlen die PKW keine Maut, im Gegensatz zu Frankreichs Autobahnen. Das Autobahn Walldorf war wohl komplett zu, deshalb lotste uns das Navi, welches jetzt mal wieder problemlos arbeitete, uns über die A8 Richtung Leonberg. Auf der A81 war dann allerdings auch nochmals Stau beim Übergang auf die A6. So waren wir dann leider noch 2 Stunden länger als geplant unterwegs und die Fahrt zog sich wie Kaugummi, bis wir endlich in Kirchberg die Autobahn verlassen haben. Nach über 4.000 km sind wir dann am späten Nachmittag in Rüddern angekommen. Das Wetter war sehr bescheiden – 12 Grad Celsius, und wir alle in kurzen Hosen unterwegs. Django ist gleich wieder im Hof umhergerast und während Mareike für uns leckere Schnitzel mit selbstgemachten Spätzle gekocht hat, habe ich gleich begonnen, den Anhänger auszuladen.

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Erstaunlich, was das so alles reingepasst hat.

Ein kleines Souvenir an diese Unicon bzw. an die Camper Area durfte natürlich nicht fehlen.

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Und so kehrten die Hermanns wieder glücklich, zufrieden und unversehrt von der Unicon 18 in San Sebastian heim in ihr kleines, beschauliches Dorf in Hohenlohe…

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